Wirkung lässt sich nicht nur in Zahlen messen. Wir glauben: Man muss nah dranbleiben, zuhören, nachfragen und mitgestalten, wenn sich zeigt, wohin sich etwas entwickeln will. Genau so ist unser Fußballprojekt in Ruanda entstanden. Und genau deshalb macht es uns zuversichtlich, wenn wir sehen, was daraus geworden ist.
Aus einer Reise wurde eine Idee
2024 ist unser Vorsitzender Arne Friedrich gemeinsam mit seinem früheren Lehrer Werner Eyßer nach Ruanda gereist, um sich selbst ein Bild zu machen und zu prüfen, wie wir mit unserem Partner IKIRARO aus Bad Oeynhausen sinnvoll zusammenarbeiten können. Die Verbindung gibt es schon lange: IKIRARO ist aus einem Schulprojekt entstanden, das Arne seit 2002 begleitet.
Die Reise führte unter anderem ins Bergdorf Ruli. Dort kam ein Wunsch immer wieder auf: ein offenes Fußballangebot für Kinder und Jugendliche, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder einer möglichen Behinderung. „Fußball für alle statt nur Förderung für besondere Talente“, sagt Arne Friedrich. „Eine Fußballschule als Ort für Gemeinschaft und Entwicklung.“

Aus der Idee wurde ein Projekt, das Fahrt aufnimmt
Seit 2025 trainieren rund 100 Kinder aus neun umliegenden Schulen jede Woche in Ruli – Tendenz steigend. Während der Schulzeit samstags, in den Ferien dreimal die Woche. „Die Begeisterung der Kinder war von Anfang an riesig, viele laufen bis zu eine Stunde zu Fuß, um dabei zu sein“, sagt Arne Friedrich.
Was wir sehen: Wirkung auf und neben dem Platz
Im Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort wird deutlich: Die Fußballschule wirkt auf mehreren Ebenen. Trainer Fidele Mugabire beschreibt es so: „Die Kinder bleiben durch den Sport aktiv und entwickeln Gewohnheiten, die sie ein Leben lang begleiten. Sie lernen Disziplin, Teamarbeit und Führungsqualitäten - auf dem Platz und weit darüber hinaus. Die Anwesenheit im Unterricht steigt, die Konzentration auch. Und der sportliche Erfolg gibt ihnen Selbstvertrauen. Die U15-Mädchen und die U20-Jungen von verschiedenen Schulen haben in diesem Schuljahr jeweils den Bezirkspokal gewonnen.“
Auch Ortschef Jean Bosco Hakizimana sieht die Wirkung weit über den Sport hinaus: „Die Fußballschule ist ein Raum, um jungen Leuten Werte zu vermitteln. Teamwork, Fairplay, Gerechtigkeit. Unabhängig davon, woher ein Kind kommt oder welches Geschlecht es hat.“
Besonders für Mädchen: neuer Mut, neue Perspektiven
Mehr als 30 Mädchen nehmen inzwischen aktiv am Training teil, mit steigender Tendenz. Lehrerin und Trainerin Caesarine Nyiransabiyaremye beobachtet, was das verändert: „Sport bedeutet für unsere Kinder enorm viel, besonders für die Mädchen. Sie haben heute den Mut, an Wettkämpfen teilzunehmen und ihren Bezirk zu vertreten. Sie haben Freude an der Schule gefunden, zeigen Disziplin und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Früher galt ein Mädchen, das Fußball spielte, als Außenseiterin. Heute blühen unsere Mädchen auf.“

2026: Wir bauen aus – mit Fokus auf Mädchen
Ab 2026 sind sechs Trainerinnen und Trainer im Einsatz, davon drei Frauen. Ein bewusstes Signal: Mädchen sollen nicht nur mitspielen, sondern auch Vorbilder haben. „2024 haben wir gemeinsam mit Menschen in Ruli eine Idee entwickelt. Was wir heute sehen, übertrifft, was wir damals erhofft haben“, sagt Arne Friedrich. „Das Projekt verbindet – Kinder unterschiedlicher Hintergründe, Mädchen und Jungen, Kulturen und Perspektiven. Und genau das ist unser Anspruch: nicht nur fördern, sondern echte Begegnung ermöglichen. Denn so entsteht Veränderung.“ Mittlerweile steht auch der Jugendverein TuS Lohe, bei dem Arne selbst groß geworden ist, in regelmäßigem Kontakt mit der Fußballschule in Ruli – ein interkultureller Austausch über den Fußball hinaus.

